Viel hilft viel: Masse bringt Sicherheit

mood_natureDass schwere Autos generell besonders sicher seien, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Je schwerer ein Fahrzeug ist, umso mehr Energie muß im Fall eines Aufpralls abgebaut werden. Es ist ein Teufelskreis: Um die Kräfte zu beherrschen, erschaffen die Konstrukteure immer neue Sicherheits-Mechanismen, die Autos werden noch schwerer. - Warum versagt die Weißwurst im Crashtest, während das Baguette besteht? Das Brot ist leichter!

Die Formel1 hat längst vorgemacht, wie es geht. Obwohl die Boliden nur um die 500 Kilogramm wiegen, bieten sie den Fahrern inzwischen ein geradezu unglaubliches Sicherheits-Potential. Das haben die spektakulären Abflüge von Robert Kubica und Luis Hamilton gerade wieder gezeigt.  Einschläge jenseits der 250 km/h haben beide ohne nennenswerte Verletzungen überstanden. 

Möglich ist das, weil die Fahrer nicht vom Gewicht des eigenen Autos erschlagen werden. Dazu sitzen sie, gut geschützt, im sogenannten Monocoque, einer hochfesten Sicherheits-Fahrgastzelle.

Ein Auto mit nur 500 Kilo Gewicht? Michael Schumachers letzter Dienstwagen.

 

 
Umweltschutz ist unglaublich teuer

mood_natureSchon wahr, billig ist das alles nicht: Saubere Kraftwerke,  Windparks, Anlagen zur Gewinnung von Energie aus jeder Form von Biomasse sowie die gesamte hierfür notwenige Infrastruktur, Gebäudesanierung und Dämmung; ja sogar die einfache Energiesparlampe kostet jetzt Geld, bevor sie sich irgendwann bezahlt macht. Staat, Industrie und private Haushalte haben einen Kraftakt vor sich.

Daran aber hat der Klimaschutzbericht der UN keinen Zweifel gelassen: Noch viel teurer als alle Umweltschutz- und Energiespar-Maßnahmen ist deren Unterlassung. Die genannten Summen zur Behebung der schlimmsten Schäden durch den Klimawandel – soweit überhaupt möglich – würden ganze Kontinente schlicht in den Bankrott führen.

Und doch gibt es Stimmen, die den menschlichen Anteil an der globalen Erwärmung kleinreden und lieber alles auf die Sonne schieben; es war ja in der Erdgeschichte schon oft viel wärmer. – Wer verantwortlich handeln will, läßt es lieber nicht darauf ankommen.

Die Folgekosten ungebremster Klimaerwärmung bis zum Jahr 2050 betragen
200.000.000.000.000 Dollar.

 

 
Bald wächst das Benzin auf den Feldern

mood_natureWunderbar: Leuchtend gelber Raps überall, saftiger junger Mais bis zum Horizont; eine neue Ära in der Landwirtschaft ist da. Hier wächst nicht mehr Nahrung für den Menschen, sondern Energie für seine Autos. Auf unseren Feldern sprießt Treibstoff in beinahe jeder gewünschten Form.

Weil wir den Zwang zum Wandel spüren - und weil fossile Energieträger endlich sind - gehen wir neue Wege. Gerade hat Umweltminister Gabriel klar gemacht: Bis 2020 soll der Anteil von Biokraftstoffen auf 17% steigen - Millionen Tonnen Kohlendioxyd  bleiben so der Atmosphäre erspart.

Aber: Wie die restlichen 83 Prozent Benzin und Diesel ersetzt werden sollen, hat der Minister noch nicht verraten. Vermutlich weiß er, dass die verfügbaren Anbauflächen viel zu klein sind und der Sprit vom Acker schon jetzt unser Essen teuer macht: Bayerischen Brauereien geht die Gerste aus, in Mexiko werden Mais-Tortillas unerschwinglich. Die Palmöl-Industrie in Asien verschlingt die Restbestände tropischer Regenwälder. Monokulturen mit unersättlichem Wasserbedarf bedrohen Artenvielfalt und Zivilisationen: 1,5 Milliarden Menschen haben heute keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser.

In jeder Minute werden weltweit durch Rodung 22 Hektar Wald vernichtet. Im Jahr 2007 enspricht das der Fläche von Bayern und Niedersachsen zusammen. Mehr als die Hälfte der gewonnenen Anbaufläche geht im gleichen Zeitraum durch Bodenerosion wieder verloren.

 

 
Die Kühe sind schuld am Klimawandel

150_000000307100.jpgMan liest es überall. Rinderherden, Mastbetriebe und Milchwirtschaft haben einen hohen Anteil am Ausstoß gefährlicher Klimagase. Sie tragen damit erheblich zur Erderwärmung bei. Jawohl, Kühe. Das liegt an ihren Mägen; vier Stück davon hat jede Kuh, damit sie die schwer verdauliche Grasnahrung unter ständigem Wiederkäuen verwerten kann.

Das erzeugt Blähungen gewaltigen Ausmaßes, regelrechte Methan-Wolken.  Alle Tiere verursachen solche Abgase, auch wir Menschen, aber Rinder sind wahre Treibhausgas-Fabriken. Weil sie so viel Gras fressen. Und weil es auf der Welt so viele davon gibt. Das Problem ist zu lösen, indem wir auf Milch, Butter, Käse und die Steaks auf dem Grill verzichten. Auch auf Leder. So einfach ist das. Jedenfalls bis zur Serienreife des Rinderkatalysators.

Andererseits: Bevor wir uns die Wurst vom Brot nehmen lassen, wäre es vielleicht doch klüger, klimawirksame Emissionen dort zu verringern, wo es nicht wehtut und ohne Verlust an Lebensqualität zu erreichen ist. Wo wäre das? In der Industrie, im Haushalt und im Straßenverkehr, zum Beispiel.

Methan hat ein 23mal höheres Treibhaus-Potential gegenüber CO2.