| Bald wächst das Benzin auf den Feldern |
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Weil wir den Zwang zum Wandel spüren - und weil fossile Energieträger endlich sind - gehen wir neue Wege. Gerade hat Umweltminister Gabriel klar gemacht: Bis 2020 soll der Anteil von Biokraftstoffen auf 17% steigen - Millionen Tonnen Kohlendioxyd bleiben so der Atmosphäre erspart. Aber: Wie die restlichen 83 Prozent Benzin und Diesel ersetzt werden sollen, hat der Minister noch nicht verraten. Vermutlich weiß er, dass die verfügbaren Anbauflächen viel zu klein sind und der Sprit vom Acker schon jetzt unser Essen teuer macht: Bayerischen Brauereien geht die Gerste aus, in Mexiko werden Mais-Tortillas unerschwinglich. Die Palmöl-Industrie in Asien verschlingt die Restbestände tropischer Regenwälder. Monokulturen mit unersättlichem Wasserbedarf bedrohen Artenvielfalt und Zivilisationen: 1,5 Milliarden Menschen haben heute keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser.
In jeder Minute werden weltweit durch Rodung 22 Hektar Wald vernichtet. Im Jahr 2007 enspricht das der Fläche von Bayern und Niedersachsen zusammen. Mehr als die Hälfte der gewonnenen Anbaufläche geht im gleichen Zeitraum durch Bodenerosion wieder verloren.
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Wunderbar: Leuchtend gelber Raps überall, saftiger junger Mais bis zum Horizont; eine neue Ära in der Landwirtschaft ist da. Hier wächst nicht mehr Nahrung für den Menschen, sondern Energie für seine Autos. Auf unseren Feldern sprießt Treibstoff in beinahe jeder gewünschten Form.